Montag, 26. Dezember 2016

Rückblende und Gedanken

Samstag, 24. Dezember 2016.

Die letzten Stunden vor Weihnachten haben begonnen.
Für viele ist das Fest hektisch, vielleicht tragisch, romantisch, herbeigewünscht oder gar verflucht.
Weihnachten steht also vor der Tür und es werden noch schnell letzte Geschenke gekauft, als ob es das Morgen nicht mehr gibt.

Warum stellt sich mir die Frage.
Warum ist Weihnachten so anstrengend geworden?

Warum stehen Mütter und Frauen tagein tagaus am Herd und opfern sich auf auch an Weihnachten zu kochen, anstatt dies gemeinsam mit den Liebsten zu tun?
Warum kaufen wir wie Wahnsinnige Geschenke, anstatt zu Spenden?
Warum produzieren wir Müllverpackungen, anstatt mit einem Lächeln eine Kleinigkeit zu überreichen und die Anekdote des "warum gerade das für dich" zu  erzählen?
Warum verschwenden wir das schwer verdiente Weihnachtsgeld in Saus und Braus, anstatt Momente der Nächstenliebe für andere damit zu kreieren?

Ist Weihnachten nicht die Zeit des Gebens - des Gebens von Zeit, Liebe, Zuwendung und Freude über ein Kind, das in Bethlehem als Retter geboren wurde?

Was ist aus diesen Fest im so fortschrittlichen Jahrtausend geworden?
Wann sind wir so "gewöhnlich verwöhnte" Gläubige geworden?

Der Krieg zieht seine Kreise immer enger um uns herum und wir blicken in eine neue Zeit, die vieles mit sich bringen wird.
Mehr Krieg, mehr Unvernunft, mehr Machtkämpfe, mehr Abschottung, mehr Hass, mehr Unwissenheit? Wir wissen es nicht.
Nur was tun wir gegen all das Mögliche - außer nur darüber zu reden?

Mein Mann tat dieses Jahr etwas sehr besonders dagegen. Er sagt zwar richtig "man spendet einfach und gibt nicht damit an", das will ich heute damit auch nicht tun, aber ich will, dass sie sich überlegen, dass künftig auch zu tun!

Spenden kann man so vieles neben dem Klassiker Geld.
Zum Beispiel Zeit!
Zeit, um im Altenheim vorzulesen und den Pflegern damit ein paar Stunden der Erholung zu gönnen.
Zeit, um Essen bei der Tafel ausgeben.
Zeit, um für die ärmsten Kleidung zu sortieren in der Gemeinde.
Zeit, um sein Ohr zu spenden - natürlich nur um zuzuhören - und dazu ein verständnisvolles Lächeln und Wort für diejenigen zu haben, mit denen wir nicht mehr sprechen, sprechen wollen; den Obdachlosen.

Brauchen wir - also außer Kinder - wirklich Geschenke?
Brauchen wir wirklich ein Weihnachtsgeld, um davon Geschenke zu kaufen, die wir uns bereits selbst kaufen können (sollte man auf etwas besonderes sparen, ist eine kleine Geldspende sicherlich gut gedacht!).
Brauchen wir noch mehr "Zeug", um unsere Wohnungen vollzustellen, um im Kram zu ersticken?

Brauchen wir all das, anstatt wenigstens einmal im Jahr richtig nett zu sein und denen zu geben, die es nötiger haben als wir?!

Sie selbst entscheiden jeden Tag, wie Sie Ihr Leben "bereichern".
Denken Sie beim nächste Kauf einfach nur bitte ein zweites Mal nach.
Damit ist schon mehr geholfen als Sie glauben.

Fröhliche Weihnachten 🎄

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Alles

Schmerz.
Widerspruch.
Liebe.
Verlangen.
Sehnsucht.

Einsamkeit.

Liebe ist alles.
Niemals nichts.

Donnerstag, 24. November 2016

Erinnern

Ich erinnere mich.
Dunkel.
Die Schatten brechen durch.
Nehmen Gestalt an.
Stehen vor mir.
Unausweichlich.

Mir stockt der Atem.
Die wenigen Atemzüge sind angestrengt.
Kurz.
Heftig.

Ich will nicht.
Will mich nicht erinnern.
Nicht sehen was geschah.
Nicht fühlen was ich vor so langer Zeit abgeschaltet habe.
Die Angst nicht schmecken, die aus meinem Innersten nach oben quoll.
Nicht ertragen müssen was ich damals ertrug.

Warum geht die Büchse der Pandora, meiner Vergangenheit, jetzt auf.
Warum?

Ist es Zeit sich allem zu stellen?

Ich bin nicht bereit.
Nicht jetzt.

Noch nicht.

Samstag, 5. November 2016

Herbst

Eigenartig ist er, dieser Herbst.

Während die einen ihn durch das Licht der Sonne
als bunteste Jahreszeit sehen, sehen Andere in ihm
das beginnende Ende des Lebenszyklus.

Der Herbst kommt fast unbemerkt, jedoch mit einer Grazilität,
die unser Denken erst umspielt und dann, ganz plötzlich vor vollendete
Tatsachen stellt; über Nacht sozusagen.
Eine Melancholie umfasst uns von einem Tag auf den anderen.
Es muss an den dicken Nebelschwaden liegen, die sich schwer
auf das Land legen. Immer langsamer weichen die Nebeldecken
den letzten aufkommenden Sonnenstrahlen.

Das sprießende Leben wird den Pflanzen peu à peu entzogen.
Sie werden ihres Glanzes müde, werfen ihr Sommerkostüm ab,
das uns lange Schatten spendete, geben uns ihre Früchte zur Ernte frei
und bereiten sich dann auf die vor ihnen liegenden kargen und kalten Monate vor.

Die Natur ist ein Wunder.
Das immer und immer wieder erlöschenden und aufkeimende Leben ist unserem
gar nicht so unähnlich. Bei genauerer Betrachtung spiegelt es unser eigenes Leben sogar sehr.

Der Herbst erinnert uns nämlich, Ruhe walten zu lassen und uns zu uns selbst zu besinnen.
Vorräte anzulegen - obwohl es meist ein paar Kilos werden, die durchs wunderbare Weihnachtsgebäck kommen...
Unsere schönsten Erinnerungen des Sommers wachzurütteln und sie in die dunkle Jahreszeit mitzunehmen.
Unser Heim kuschelig und warm zu gestalten, um vom Wohnzimmerfenster aus, den draußen herrschenden Winden beim Tanz mit den letzten Blättern am Boden zuzusehen.

Der Herbst ermahnt uns, dem nahen Jahresende noch einmal alles entgegenzusetzen,
um auch die Früchte unserer Arbeit einzufahren. Gespräche zu führen, unsere Taten
und Missetaten zu überdenken und die Weichen für die Zukunft zu stellen.
Der Herbst ermahnt uns jedoch auch uns daran zu erinnern, was und wen wir alles schmählich vernachlässigt haben. Im Laufe eines Jahres kann da schon recht viel zusammenkommen.
Vieles ist der mangelnden Zeit zu schulden, jedoch wer bestimmt unsere Zeit, außer wir selbst?

Der Herbst ist da und er lädt uns ein, Ruhe walten zu lassen und uns an uns selbst zu erinnern.
Vielleicht bei einer Tasse Tee, Schokolade oder Kaffee, am Fenster stehend oder bei einem schönen Spaziergang in der Natur, um unseren Gedanken endlich den Freiraum zu geben, um auf Reisen zu gehen.

Haben Sie, liebe Leser, einen wunderschönen Herbst.

https://www.pexels.com/photo/autumn-fall-nature-wallpaper-nature-17577



Sonntag, 23. Oktober 2016

Stellt die Glotze ab!


Sonntag.

Ich sehe im Fernsehen Krieg.

Was ich hören will?

Es gibt Frieden.


Ich sehe im Fernsehen Mord.

Was ich sehen will?

Leben.


Ich sehe im Fernsehen Gewalt.

Was ich sehen will?

Gelebtes Miteinander.


Ich sehe im Fernsehen verblödendes Programm.

Was ich sehen will?

Vermitteltes Wissen.


Ich sehe im Fernsehen Unterdrückung.

Was ich sehen will?

Freiheit für uns alle.


Ich sehe im Fernsehen Vergangenheit.

Was ich sehen will?

Unsere Zukunft.


Ich sehe im Fernsehen Angst.

Was ich sehen will?

Du kannst alles schaffen.


Ich sehe im Fernsehen Tod.

Was ich sehen will?



Unweigerlich stelle ich mir die Frage,

was will ich wirklich sehen will?

Eigentlich will ich von dem Gezeigten nichts sehen.


Versteht mich nicht falsch!

Dadurch werde ich nicht blind für das Jetzt.

Ich nutzte die „gesehene Zeit“ einfach nur um aufzustehen

und wirklich etwas gegen all dies zu tun!
Jeden Tag ein bisschen.
Jeden Tag etwas anderes.



Den Fernseher werde ich wieder spenden.

Mehr als 4 Jahre hatte ich keinen und merke,

er hat mir nicht gefehlt.
Warum?

Das Programm blieb gleich,

während sich die Welt veränderte.
https://www.pexels.com/photo/bridge-suspension-bridge-golden-gate-bridge-women-25182


Freitag, 21. Oktober 2016

Sternschnuppennacht

Verträumt stehe ich am Fenster meiner kleinen Stadtwohnung
und blicke in die Nacht hinein.

Ich versuche im Himmel die Sterne zu sehen, jedoch
haben sie sich versteckt.
Versteck im Licht der Stadt.

Sie ist einfach zu hell und traurig stelle ich fest,
dass sie uns damit zwar beschützt und doch
auch einer unendlichen Schönheit beraubt.

Der Schönheit des Sternenhimmels,
der heute Nacht auch noch besonders ist!
Heute Nacht ist Sternschnuppennacht
und ich werde sie nicht sehen.

Ich werde die Sternschnuppen auf ihrem letzten
Weg durch den Nachthimmel nicht begleiten
können.
Ich werde ihr letztes Leuchten, das Lichtjahre
von uns entfernt ist, nicht bewundern können.
Ich werde ihre unendliche Schönheit nicht
mit eigenen Augen sehen können und ich werde
ihnen keinen meiner Wünsche mit auf den Weg
geben können.

Wie unendlich schade.
Nicht wegen meinem Wunsch oder mir, sondern
wegen dem Wunder der Natur, dessen wir alle
beraubt werden.

https://www.pexels.com/photo/sky-night-stars-7147


Vertschüßt

Einfach so ist er weg.
Mein Freund.
Mein einstig bester Freund.

Still, heimlich, ja fast geheim vollzog er sein Weggehen.
Der Mann in der silbernen Rüstung, der dem Sturm entgegentrat,
der seine Segel durch immer währenden Einsatz neu setzte,
hat sich abgesetzt.

Man muss wissen, dass seine weißen Segel mit der Zeit
grau geworden sind. Das Hochziehen dieser wurde behäbiger
und der Wind wehte ihm immer stärker entgegen.

Ihm fehlte am Ende wohl die Kraft,
immer wieder dem Alten Neues zu entgegnen.
Die ruhigen Gewässer wurden ihm verwehrt, 
so dass er sie niemals erreichte.
Trotz immer mehr, immer schnelleren,
immer längeren Einsatz.

War es wirklich Plötzlich? 
War es wirklich ohne Vorwarnung?
Gut, es gab Warnungen,
aber niemals eine die er wirklich verfolgte.
Oft sprachen wir darüber.
am Ende taten wir doch nichts.

Jetzt hat er es getan und ich beneide ihn für den Mut,
alles ohne festes Ziel aufzugeben, um sich neu zu erfinden.

Er wird in der Ruhe seine Kraft suchen,
sein Deck blank polieren,
ihm zu neuen Glanz verhelfen
und wieder in See stechen.
Zu neuen Erfahrungen, neuen Erfolgen.

Ich wünsch Dir Glück.
Bis bald mein Freund, bis bald.
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Montag, 26. September 2016

Ich erinnere mich jedes Jahr an uns

Du bist gegangen.
Nicht ohne Vorwarnung,
jedoch zu früh.

Ich ließ Dich gehen,
denn da wo Du hingingst,
war und ist es besser für Dich.
Kein Schmerz,
kein Krebs,
keine Tränen.

Wir blieben zurück
und unserem Herzen
fehlte ein Stück.

Du fehlst einfach.
Warum ich das weiß?
Weil ich mich erinnere.
Weil Du uns soviel hier gelassen hast.
Erinnerungen.
Lachen.
Freude.
Eine leichtere Zukunft.

Ohne Dich wären wir nicht da
wo wir heute sind.

Liebe Sigrid,
damals wie heute gilt:

Wo wir waren, 
sind wir nicht mehr. 

Wohin wir gehen, 
kennen wir nicht.

Wo wir jetzt stehen, 
ist unsere Vergangenheit, 
der Blick der Zukunft fesselt uns und treibt uns weiter.

Vermisse Dich.
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Mittwoch, 7. September 2016

Allein unter vielen

Es ist Mittwoch und wieder treffe ich auf eine Aufgabe, die mich nachdenklich über mich selbst macht.

Werde ich alles schaffen?
Werde ich alles richtig machen?
Werde ich mich danach endlich ablösen?

Nur noch schlimmer ist eine ganz andere Sache: ich bin allein. Allein unter vielen.

Ich sitze im Zug und sehe den zusammengewürfelten Paarungen der Kollegen zu.
Sie lachen miteinander, scherzen, erzählen sich Geschichten, sind wirklich hier.
Und ich?
Ich habe wieder einen dieser schönen Doppelplätze. Für mich, allein.

Es fühlt sich irgendwie an wie damals beim Völkerball.
Als Letzte gewählt zu werden, fand ich immer schon schlimm. Trotz einer großen Treffsicherheit war ich nie die, die am Anfang reingewählt wurde.
Es wurden zuerst beste Freunde gewählt, dann die guten, die zum Sieg nötig waren und zuletzt wurde man nur noch "aufgeteilt". 
Schlimm, wenn man heute darüber nachdenkt! Wie fühlt man sich als Mensch dabei? Was ist der Unterschied zum Menschenhandel ...  Aber lassen wir das heute. Oder nein, es kommt dem Gefühl irgendwie nahe.
Es bleibt am Ende ja doch genau dabei, es ist nicht anders als damals.
Es bleibt beim Letztgewählten.

Natürlich liegt es auch an mir.
Mir fällt Integration zur Freude irgendwie schwerer als anderen, denn ich bin getrimmt auf arbeiten, Rationalität, Schnelligkeit. Spaß und Freunde, das ist ein ganz anderes Thema, für mich zumindest.
Arbeit und Spaß zu verbinden ist doch  grundsätzlich nicht wirklich so schwer. Woran liegt es dann bei mir, dass ich so schwer Zugang bekomme?

Ich bin wie dieses Blatt aus meiner Straße, das heute in der Früh einsam auf meinem Weg lag.
Frisch vom Baum gefallen.
Noch im schönen gelb/grün lag es da.
Niemand fand es wichtig, schön genug es mitzunehmen, anzunehmen.
Bis auf mich.

Bitte verstehen Sie mich richtig, ich bin wirklich gern allein.
Nur die Einsamkeit unter vielen macht mir zu schaffen. Besonders heute.


Mittwoch, 10. August 2016

Pressplattenleben – zwischen Konvention und Sein


Während ich an einem neuen Tag mit der U-Bahn Richtung Arbeit fahre, 
und dabei viele Menschen der Vortagsfahrt erkenne, beginne ich, mal 
wieder, über das Leben und seine soziale Definition nachzudenken.

Die Gesichter, manche mit Make-up - andere ohne, schauen mich mit meist 
leeren Augen an. Sie zeugen bereits am Tagesanfang von den sozialen Erwarten 
„du musst, du sollst, du hast noch nicht, wie kannst du nur warten, das ist noch 
nicht erledigt, du bist noch nicht in der Position xy“ uvm.

Irgendwie seltsam, wie wir jeden Tag in ein bestimmtes Sein-Schema „gepresst“ 
werden, das aus müssen, sollen und, können besteht. 
In genau dieser Reihenfolge.

Aber HALT – wo bleibt dürfen!

Während ich als Kind noch „geformt“ werden muss, um auf das spätere Leben 
vorbereitet zu sein, rebelliere ich als Teenager gegen genau all diese „sozial-
erwartete-Formen“. Als Erwachsener im Berufsleben, erfülle ich dann wiederum 
Erwartung. In Beziehungen dann auch allgegenwärtige Konventionen, wie eine 
Beziehung zu sein hat, um als glücklich bezeichnet zu werden.

Jedoch, wo bleibt bei all dem das eigene Leben, dessen einziger Grundsatz die 
Freude am Leben an sich ist?

Wo bleiben
die „singing in the rain“ Momente,
die “Me and Mrs Jones” Balladen,
die Doctor Who Marathon-Abende, die bis spät in die Nacht von einer Folge 
zur nächsten führen und einen unausgeschlafen am nächsten Tag zurück lassen?
Wo bleiben die Pippi Langstrumpf Strophen „Ich mach' mir die Welt - widdewidde 
wie sie mir gefällt ...“

Wo bleibt das Lachen, das den Menschen so wunderschön macht?

Das Lachen, das Augen strahlen lässt.
Aufgaben bewältigbar macht.
Von überwundenen Krisenzeiten zeugt und Freude am Sein zeigt.

Erinnere dich lieber Mensch, erinnere dich ans Dürfen, erwecke es in dir und sei.








Dienstag, 9. August 2016

Vorbei

Es ist früher Morgen.

Ich stehe hier.
Vor Dir.
Erschüttert.

Deine Worte treffen mich ins Mark.
Ungewollt und ungefiltert bahnen sie sich ihren Weg
in Richtung meiner Seele.
Mein Körper erstarrt, mein Herzschlag rast.

Endlich beginnt mein Gehirn mit seinem Schutz-Notfallprogram.
Und doch ist es bereits zu spät.
Keine der schon seit so vielen Jahre antrainierte Schutzmaßnahme greift.

Ich bin ungeschützt.
Sterbe innerlich.
Und damit auch meine Liebe zu Dir.
Vorbei. Es ist vorbei.


Freitag, 15. Juli 2016

Zum Abschied



Ich sag zum Abschied leise Servus

Lieber Herr F.,

Ihr Tisch 84 ist ein ewiger ewiger Tisch.
Freud, Leid, Schmerz und Liebe hat er schon erlebt. Sogar geschrieben wurde hier von all dem, von dem Einen, nun meinem, letzten Dichter mit Café Central Adresse.

Jahrelang begegneten wir uns, distanziert galant, charmant.
G'schichten wurden ausgetauscht über die erste Steckdose im Café Central, für ihn, der einst nur zu Besuch kam um dann zu bleiben.

Winterzauber und Sommerregen hielten ihr Stelldichein und Sie, Sie waren immer hier.
Die Zeit ist im Wandel. Sie auch, so kommt die Nachricht überraschend, dass es bald ein letztes Mal geben wird.

Sie stellen sich einer neuen Aufgabe, die noch gar nicht da ist. Welch Mut, welch Größe dem Leben die Chance eines Neuanfangs zu geben.

Viel Glück dabei.
Ich werde Sie vermissen.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Ich habe

Ich habe eine Stimme.
Wann habe ich aufgegeben sie für mich zu erheben.
Ich habe einen Körper.
Wann habe ich verlernt ihn "mein" zu nennen.
Ich habe eine Seele.
Wann habe ich verlernt sie zu beschützen.
Ich habe eine Grenze.
Wann habe ich verlernt sie zu ziehen.
Ich habe einen Geist.
Wann habe ich verlernt ihn zu nähren.
Ich habe ein Leben.
Wann habe ich verlernt es zu leben.

Sonntag, 26. Juni 2016

Papa

Tata, tata, tata! (Papa, Papa, Papa)

Hörte er noch meine Worte? 
War sein Seelchen noch in diesem Raum? 

Waren die wachen Augen, durch die er die Welt sonst sah und die nun für immer verschlossen bleiben, auf mich gerichtet? 
Seiner Tochter, der er erst vor wenigen Jahren sagte: „Ich liebe dich mein Kind; wie hätte ich dich nicht lieben können! Du bist mein Fleisch, mein Blut, mein Kopf, mein Bestreben diese Welt zu einer besseren zu machen. Zu einem Ort der Liebe, der Erfüllung, des Glücks, das dir jeden Tag zu Teil werden soll. 
Auch wenn ich nicht mehr bin, so bist du ich und ich bin du.“

Doch all diese Sätze blieben ungesagt … bis auf, dass er mich liebte und nur das zählt und bleibt mir in Erinnerung, bis wir uns wiedersehen, im Ozean der Seelchen …


Eins im Geiste, eins im Herzen der anderen Welt.

Montag, 6. Juni 2016

Dem Tode Ehre erweisen

Unser Leben ist vergänglich.
Mit dem Eintritt unserer Seele in den menschlichen Körper 
laufen unsere Uhren einem Endzeitpunkt entgegen.
Jeden Tag, unaufhaltsam.

Auch wenn wir denken, dass wir unser Leben immer vor uns haben, 
so ist es doch so, dass wir auf sein Ende hin leben.
Es bleibt einem mehr oder weniger Zeit, 
es zu gestalten, um dem Tode am Ende Ehre zu erweisen.

Wie das geht?
Seinem Leben Momente der Erinnerung geben.
Dem Erschaffen von Liebe frönen.
Dem Geist Wonnen der Klarheit und Fantasie schenken.
Dem Körper Lust sein.
Den Menschen in unserer Nähe Inspiration sein.
Unseren Kindern Helden.

Alles, alles trägt dazu bei, am Ende des Lebens in ein neues einzutauchen.
So habet keine Angst vor dem Tode, dem dunklen, unbekannten, 
sondern habet Angst, 
dieses Leben zu verlieren 
und am Ende nichts davon gehabt zu haben.

Thomas Mann

Dienstag, 24. Mai 2016

Sinnloses Dasein

Fällt es Dir auf,
dass Du mich traurig machst.
Fällt es Dir auf,
dass wir uns entfremden.
Fällt es Dir auf,
dass unsere Tage kürzer werden.
Fällt es Dir auf,
dass unser einstig Eins, Zwei wird.
Fällt es Dir auf,
dass das einstig wir,
ein Du und ich werden.
Fällt es Dir auf,
dass wir nicht mehr sind?

Fällt es Dir in Deinen dunklen Stunden nicht auf,
dass das alles nicht wahr ist, wahr sein kann?
Unsere Liebe so viel mehr ist.

Fällt Dir das nicht auf.

Samstag, 14. Mai 2016

Flüchtige Gedanken

Ich sitze in der Küche,
während Du noch im Land der Träume weilst.

Ich mache mir Gedanken über gestern, heute, morgen,
während Du noch friedlich schlummerst.

Ich habe Angst das Du erwachst,
obwohl es nichts schöneres gibt, als in Deine Augen zu blicken.

Und doch kann ich es kaum ertragen,
gestern, nochmals heute sein zu lassen,

Dein Blick trifft mich dann doch,
verächtlich.
Wie zynisch ist diese Situation,
denn ich will nicht einsam mit Dir sein,
will nicht von Dir getrennt sein,
weil wir nicht miteinander reden können.

Ich will ein wir,
egal was war, ist oder sein wird
.






Will ich zuviel?

Freitag, 22. April 2016

Ohne Dich über den Wolken


Eine Geschäftsreise steht an, und normalerweise würde ich mich vorbereiten, freuen und gespannt auf das vor mir liegende Abenteuer Argentinien blicken.

Diesmal ist es jedoch anders.
Alles ist anders geworden mit Dir.
Und das gleiche sagst Du zu mir.
Es ist anders, seit damals, als wir uns an jenem sonnigen Tag im Hofgarten das erstemal trafen und sich unsere Leben verwoben und eins wurden.

Meine Angst, ein ganz neues, anderes, aufrichtigeres Leben zu beginnen, war so groß, dass ich das, was ich kannte, vorzog und Dich dadurch verließ.

Das erste Mal.

Doch die Liebe kennt kein Nein, wenn es ja heißen muss.

Was sein soll, wird sein, und so kam es, dass es wenige Jahre später erneut die Chance gab, es zu versuchen. Nur zu schwer waren die Verletzungen des ersten Males, zu groß erneut die Gefahr, der wahren Liebe zu nahe zu kommen. Den Geschichten anderer glaubte ich mehr als Dir, und so kam die  Trennung, bevor es überhaupt beginnen konnte.

Das zweite Mal.

Doch was sein soll, wird sein, und so geschah, was geschehen musste. Die dritte Gelegenheit bot sich dar, und nun es gab keinen Grund, der Angst und den Ressentiments erneut Platz zu machen.

Nun vergehen die Jahre, und wir sind inzwischen glücklich, jede Stunde unseres Lebens ist erfüllt, und unser Lachen erfüllt den Raum.

Unsere Herzen tanzen im gleichen Takt, und auch wenn es kitschig klingt, wir lieben. Wahrlich lieben wir, einander, die Liebe, das Leben, und sei es noch so klein.

Liebe meine Lebens, versteh', wie weh es tut Dich allein zu lassen. Zu groß die Angst, soweit entfernt zu sein von Dir.
Zu lange habe ich unsere kostbare Zeit vergeudet, sodass nun jede Minute ohne Dich eine leere Minute ist, die uns gemeinsame Lebenszeit kostet.

Egal welch' großes Abenteuer auch vor mir liegt.
Ohne Dich ist alles nichts.
Mit Dir ist alles Alles für mich.

Ich liebe Dich.


Samstag, 16. April 2016

Die Welt durch Deine Augen sehen

Während Du süß schlafend in Deinem Bettchen liegst und Deine süßen Goldlöckchen Dein Kopfkissen bedecken, sehe ich Dich an und beneide Dich. Beneide Dich um Deine Sicht auf diese Welt.

Alles, was Du auf dieser Welt erlebst, ist für Dich neu, wundersam und wunderschön zugleich.

Ein Erinnerungslichtblitz trifft gerade auf Dein Erinnerungszentrum und Dein kleiner süßer Mund formt sich zu einem kleinen Lächeln.

Du träumst wohl gerade von Wundern.
Den Großen und den Kleinen, die nur noch Du so erkennen kannst, denn Du bist noch klein und diese Welt ist für Dich so groß, bunt, fröhlich, friedlich und vollkommen.

Deine Augenlider flackern leicht und Dein kleiner Entdeckergeist scheint weiterhin auf Empfang gestellt zu sein.
Man merkt, dass Du diesen Tag erneut erlebst, verarbeitest und zu Erinnerungen formst.

Du wirst diese Erinnerungen brauchen, mein süßes Kind, wenn Du groß bist.
So träume süß mein Kind, träume von Vollkommenheit, Liebe, Erfüllung, Güte und Wundern.

Wie gern würde ich diese Welt noch einmal durch Deine Augen sehen wollen, denn meine Erinnerungen sind verblasst und unwiederbringlich zerstört.

Aber warte, ein klein wenig sehe ich die Welt durch Deine Augen!
Nicht ganz, aber für den kleinen Moment eines lächelns, nämlich dann, wenn ich Dich ansehe.

Mittwoch, 13. April 2016

Schlaflos

Gestern, warst du noch da.
Gestern, habe ich noch neben dir geschlafen.
Gestern, war gestern und nun ist alles anders.

Heute, liege ich schlaflos im Bett und vermisse dich.
Heute, frage ich mich, ob du vielleicht doch wiederkommst.
Heute, kann ich nicht ertragen, denn es findet ohne dich statt.

Morgen, wird die Sonne sicherlich wieder scheinen.
Morgen, werde ich den Grund für all dies hier wissen.

Morgen, wird alles anders sein, morgen. 


Samstag, 9. April 2016

Verbleibende Zeit

Ich blicke in die gesellige Runde und sehe Familie und Freunde, Tränen der Freude, lachende Gesichter, unendliche Dankbarkeit.

Wie selbstverständlich nehme ich die vielen Eindrücke dieser Diamanthochzeit wahr bis mir plötzlich bewusst wird, dieses Fest, in dieser Runde wird wahrscheinlich das letzte sein.

Es bleibt uns gemeinsam nur noch begrenzt Zeit.
Zeit deren Wert wir viel zu spät zu schätzen wissen werden.

Und wenn dem so wäre?
Wenn die Zeit uns trennt?
Was passiert dann?

Traurigkeit wird uns überkommen, Einsamkeit, Schmerz.

Die Vergänglichkeit der Zeit wird mir noch einmal mehr als bewusst und es wird mir auch bewusst, dass die Zeit für einen Abschied noch nicht gekommen ist.

Nicht heute.
Denn jetzt ist hier.
Jetzt ist alles gut.
Jetzt kreieren wir eine Erinnerung und damit etwas das bleibt, wenn die Zeit uns trennt.

Freitag, 8. April 2016

Endlichkeit im Palast des Morgens

Morgen, wenn die Sonne scheint, werden wir einen Ausflug machen.
Morgen, wenn es regnet, werden wir einen  Spielenachmittag zu Hause machen.
Morgen, wenn wir mehr Geld haben, können wir uns was ganz besonderes gönnen.
Morgen, wenn wir aufwachen, ist alles gut.

Morgen, wenn...

Und heute? 

Was ist heute mit der Sonne, die uns gerade jetzt an der Nasenspitze kitzelt und uns zum lächeln bringt?
Was ist heute mit dem Regen, der uns einen gemütlichen Nachmittag zu Hause schenkt?
Was ist heute mit dem Geld, welches wir schon haben und uns jetzt etwas kaufen könnten?
Was ist heute, nach dem wir aufgestanden sind, nicht gut?

Heute könntest du mit deinem morgen einen wunderbaren Tag verpassen, ganz bestimmt jedoch verlieren.

Warum machst du nicht einfach jeden Tag zu einem Heute.

Mittwoch, 23. März 2016

Gezeiten des Lebens

Innehalten möchte ich.
Aus dem Karussell des Tages aussteigen.
Zeit nehmen.
Einfach so.
Zwischendurch.
Für mich.

Und während ich noch darüber nachdenke, trifft mich das Leben.
Plötzlich, unerwartet, zeigt es mir die schöne Seite.
Wie das Leben sein könnte, in der Zukunft, wenn ich das Leben in mein Leben lasse und mir Zeit nehme.

So wie das Ehepaar, dass gerade neben mir Platz genommen hat.
Im Herbst ihres Lebens, gönnen sie sich ein Essen in der Rathaus Kantine.
Nichts ungewöhnliches und doch so ein seltenes Szenario.
Ein schöner Zauber umgibt sie.
Sie sind von vielen Tellern mit unterschiedlichen Speisen umgeben 
und einer Flasche Bier, die sie sich mit einem Lächeln teilen.
Zwei Gläser werden gefüllt.
Als sie sich ansehen und zuprosten scheint es, als sei Heute für sie 
ein ganz besonderer Tag.
Ist es wohl auch. 

Sie nehmen sich Zeit.
Zeit zum Essen.
Zeit zum Reden.
Zeit zum Lachen.
Zeit für sich.

Wie schön kann die letzte Liebe des Lebens sein.
Wenn man sie versteht und sie im  Moment des Tages gewähren lässt.
Einfach so, zur Freude.

Freitag, 11. März 2016

Ein Lebwohl

Fahrten mit dem Zug treten wir ohne die Gedanken eines möglichen Vorfalls an, bis der Vorfall passiert.

Den ganzen Tag schon wollte ich meine Zugfahrt nicht antreten.
Warum? 
Ich weiß es nicht.
Irgendwas hat sich nicht "gut" angefühlt, und dennoch, ich machte mich auf den Weg, stieg in meinen Zug und begann meine Reise.

Durch die Scheiben konnte ich das Hereinbrechen der Nacht beobachten, als plötzlich mein Zug stehen blieb.
Abrupt.
Grundlos?
Nein.

Laut Lautsprecherdurchsage ereignete sich ein Personenunfall.
Schrecklich, schoß mir durch den Kopf, und während die Stimmen im Abteil und Wagon lauter wurden, bemerkte ich, wie unterschiedlich wir in unserer Wahrnehmung des Lebens, und seines Endes sind.

Die einen ärgerten sich über die unnötige "Verzögerung",  die Anderen nahmen die Nachricht gleichgültig hin, und wieder Andere dachten über das Geschehen nach.
Ihr Blick zog traurig über die dunkle Landschaft und es wurde allmählich stiller.

Während das eine Leben endet, egal ob bewusst oder unbewusst, wird ein anderes, das des Zugführers, zum Albtraum.

Wie unsagbar unerträglich muss das eigene Leben sein, es solch einem Ende auszusetzen?
Wie schlimm muss es sein, es nicht mehr ändern zu können?

Während Du, unbekannter Mensch, heute Abend Deine Augen für immer schlosst, werden die anderen Augen Dein Antlitz immer, bis an ihr Ende, sehen.
Welch hoher Preis für die eigene Erlösung.

Unbekannter, dunkel war es für Dich wohl schon länger. Die Sonne, die jeden Tag aufgeht, konnte Dich nicht mehr wärmen, so dass Du das ewige Dunkel vorzogst.
Ich wünsche Dir also Seelenfrieden und dem Lebenden Lebenswillen.

Dienstag, 8. März 2016

Tränen der Nacht

Wo bin ICH zu finden? 
Während Deine zuckersüßen Worte auf meine Tränen treffen
und Dein einziger Wunsch ist mich und meine Seele zu sehen,
stehe ich alleine im Dunkeln.
Es ist still um mich herum,
in mir tobt jedoch der Sturm.
Alles ist in mir wie auf einer unbeschriebenen Leinwand. 
Leer und weiß. Und doch weiß ich, es ist nicht so.
Meine Leinwand ist schwarz, schwer und düster.

Wo bin ICH zu finden? 
Während Du versuchst, mir Halt zu geben, 
werde ich haltlos in meiner Depression. 
Während Du versuchst, mir Deine Hand zu geben, 
schlage ich sie aus.
Während Du versuchst, mir das Leben zu ermöglichen und zu zeigen, 
suche ich verzweifelt den Tod.

Wo bin ICH zu finden? 
Wo finde ich in mir meinen Sinn? Meine Lust? 
Mein Vertrauen? Mein Leben? 
Wann platzt der Knoten der Selbstzerstörung?

Wann trocknen endlich meine Tränen der Nacht?
Deine liebevollen und sanften Worte verfehlen ihr Ziel,  
mein innerstes zu berühren, nicht, und dennoch, 
ich kann sie in mir nicht festhalten, sie nicht in mir schützen 
und sie sich in mir ausbreiten lassen.
Die Frage, die sich mir nun stellt ist,
wie lange kannst Du die Kraft aufbringen, sie mir immer 
und immer wieder zu sagen. 
Denn ich liebe das Leben mit Dir.

Donnerstag, 3. März 2016

"Nicht erfunden, empfunden." C. D. F.

Meine Lebenszeit verrinnt mir zwischen den Fingern.
Ein Aufhalten erscheint mir kaum möglich, 
obwohl ich es besser wissen müsste. 
Besser weiß, ich muss ehrlich zu mir sein.
Und so denke ich nach über die Zeit.

Zeit.
Ein Wort, dem wir soviel Bedeutung zumessen, 
und doch sinnlos verstreichen lassen.

Wann hast Du Dir das letzte Mal Zeit genommen?
Wirklich Zeit genommen!

Zeit für eine Nachricht.
Eine echte Nachricht an Freunde, Familie und Bekannte?
Nicht das obligatorische: "Wie geht's, alles gut?",
sondern die echte, empfundene Nachricht,
aus der erkennbar wird, 
dass der Anderen Dir wichtig,
wichtig genug ist, für Deine Gedanken, Deine Worte, Dein Leben,
Deine Zeit!

Nimm Dir mal wieder Zeit für einen Menschen
und zeige ihm, dass Du nicht zwischen Tür und Angel 
eine Nachricht sendest mit den Worten und Gedanken "oh, 
ich hab Dir lang nicht mehr geschrieben ... das hol ich schnell 
mit einer kurzen SMS nach ...",sondern eine Nachricht schickst,
die nicht erfunden, sondern empfunden ist.


Caspar David Friedrich Der Träumer (Klosterruine Oybin) 1820-1840

Donnerstag, 25. Februar 2016

Ohne Dich verreisen

Ich sitze im Zug.
Am Weg nach Hause, nach Wien.
Und Du?

Dein Platz neben mir bleibt leer.
Kein zweiter Koffer gesellt sich zu meinem.
Kein zweiter Kaffeebecher steht neben meinem.

Deine Schulter zum Anlehnen ist nicht da.
Deine Lippen zum Küssen spüre ich, jedoch sehe ich sie nicht.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann merke ich, dass ich Dich schrecklich vermisse. Auch wenn ich das nicht gerne zugeben möchte.

Du fehlst mir mit jedem Millimeter meines Seins.
Mein Platz ist an Deiner Seite. Wie schön, dass ich bei Dir "angekommen" bin.

Bis bald mein Herz, bis bald.

Samstag, 20. Februar 2016

Cappuccino Träume

Wie schafft es nur ein Cappuccino ums Eck, 
uns im hektischen Alltag zur Ruhe kommen zu lassen?

Wie geht das, 
dass er uns einen Moment der Atempause schenkt
und unseren Geist auf Reisen schicken kann ...

Zu perfekten Plätzen der Vergangenheit, 
zu wunderschönen Momenten im Jetzt.
Und ganz plötzlich, 
tauchen wir ab, 
lächeln,  
einfach so, 
weil der Moment perfekt ist.

Schön, dass du Cappuccino-Moment zu Gast warst
und ich, trotz Regen und Schnee, 
ab jetzt mit einem Lächeln durch den Tag laufe.

coffee, cup, cappuccino

Freitag, 12. Februar 2016

Bilder

Nachts, wenn ich wach liege, sehe ich Bilder.

Die, die mir auch am meisten bedeuten, 
die den Klang meiner Stimme erhellen, 
die mir wohlige Schauer über meinen Rücken jagen
und meine Nasenspitze kitzeln, 
damit ein Lachen über mein Gesicht huscht, 
das sich in meinen Augen wiederspiegelt.

Dann, wenn ich Bilder sehe.
Deine.


Ich weiß wer du sein wirst

..... vollendet.

Der Engelsflügelschlag trifft mich.
Vorsichtig, geduldig und zart. Ich spüre diesen einen Hauch, der mich umspielt und lächeln lässt.

Während die Zeit ihre Taktung verliert und mein Herz zwischen den Welten auf Entdeckungsreisen geht, wird alles um mich herum bunter, schöner, eins.

Gestern, heute, morgen, alles verbindet sich. Durch Dich.
Dieser eine Augenblick, der soviel Güte in sich trägt, lässt mich erfüllt und glücklich zurück, jedoch nicht mehr allein.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Dunkel – Blinde Seelen


Im Leben eines jeden Menschen passieren traumatische Dinge, die uns seelisch und körperlich zu Wracks machen.
Mit den Jahren entwickelt sich dann auf Worte, Gerüche, Bilder und Situationen ein Triggerpunkt, und immer, wenn das Quäntchen Glück vorbei kommt, meldet sich „der Knacks“ bei uns zurück und zerstört, ja förmlich tötet, aufkommende schöne Emotionen so stark, dass Wunden aufbrechen, und erneut körperlichen Schmerz auslösen, erneut den Narben die Zeit nehmen zu vernarben.
Die Narben werden wohl mit der Zeit nur dicker, jedoch schützen sie uns nicht vor dem neuerlichen Aufbruch.
Mein Kopf weiß schon lange, zu unterscheiden zwischen dem ist und dem war. 
Wann folgt mein Körper und wann hört das alles auf, damit ich dieses eine Leben endlich habe.

Die Schubladen des Lebens - ich passe in keine.

Da ist doch noch etwas?
Das gewisse etwas, dass den Andren nackt erscheinen lässt, wenn es gefunden ist.
Aber will man nackt sein vor dem Anderen, einem noch Fremden? Muss alles von einem sofort bekannt sein, preisgegeben werden?

Wir denken ab einem Moment, dass wir die Person uns gegenüber kennen, weil wir sie in eine uns bekannte Schublade stecken können.
Fein säuberlich, gut kategorisiert und jahrelang darin aufgehoben, können wir mit der anderen Person dann „umgehen“.
Nur verpassen wir so vieles am Anderen, wenn wir immer die selbe Schublade öffnen, ihn herausholen und wieder dorthin, ins "Bekannte", zurückschieben. 

Warum erfreut man sich nicht mehr an dem Anderen wie er in diesem, jetzigen Moment ist?
Vielleicht einsam, vielleicht sprühend vor Freude, vielleicht verletzlich, böse oder auch gemein, verzweifelt, glücklich, euphorisch, in Aufbruchstimmung … bekommen wir das alles wirklich mit?

Menschen haben viele Facetten, die wir durch unsere Schublade verpassen…. weil wir eigentlich einfach in keine Schublade passen.


Dienstag, 9. Februar 2016

It's over now

Egger's the one

Jahre über Jahre hat es mich begleitet.

Mein Wohnzimmer in schwarzen Zeiten
In guten
In düsteren
In geheimen
In prekären
In spektakulären
In traurigen.

Nun schließt es seine Tore, für immer.

Und jetzt?! Trauer und Angst mischen sich, jedoch siegt am Ende das:

Schön war es mit uns zwei.
Mal sehen was nach dir kommt.
Ohne Vergangenheit, aber mit Zukunft.

Montag, 1. Februar 2016

Wenn Liebe fliegen lernt


Seifenblasentraum.
Kinderlachen.
Dein Duft umweht mein Denken.
Meine Gedanken lachen dabei.
Können sie das?
Anscheinend.
Denn für das Wahre,
ist nichts unmöglich. 


Dienstag, 26. Januar 2016

Ein Plädoyer für den roten Lippenstift

Tragt mehr roten Lippenstift!

Ich habe es im Selbstversuch getestet und damit einmal alle boykottierenden Gründe, nicht roten Lippenstift zu tragen weil..., zur Seite gelegt.

Und siehe da, ich hatte einfach nur Spaß!
Den ganzen Tag fühlte ich mich wohl in meiner Haut, strahlte über das ganze Gesicht und wusste mit Gewissheit, ab jetzt trage ich immer roten Lippenstift.
Auch am Wochenende.

Roter Lippenstift hebt schlagartig die Stimmung - versucht es einfach einmal!



Donnerstag, 21. Januar 2016

Verletzte Seelen

Verletzte Seelen

Jeder schöne Moment,
birgt in sich die Angst,
wie eine Seifenblase zu zerplatzen
und durch eine Schwere ersetzt zu werden.

So wie es gestern bei uns geschah.
Ein Moment der Liebe und Freude,
wurde in einem unbedachten Moment
in eine dunkle Tiefe der Dunkelheit und Verletzlichkeit gerissen.

Wir haben unser "es ist", in ein "es war" getauscht.

Immer wieder erwischt uns dieses gleiche Schauspiel:
Verletzte Gefühle, wunde Herzen, klaffende Wunden.

Die Zeit soll angeblich heilen, jedoch heilt sie nie alles.
Etwas bleibt immer übrig und erinnert.

Was täte ich nur, um es ungeschehen zu machen.



Montag, 18. Januar 2016

Schneezauber

Eine dicke Schneeschicht bedeckt den Englischen Garten und plötzlich 
erscheint dieses kleine Stückchen Welt, wie eine weiße Leinwand, 
der Farbe zugeführt werden muss.
Die Farben, die an meinen geistigen Auge vorbeiziehen, 
erinnern mich schon an den kommenden Frühling, 
die aufbrechende Sehnsucht der Natur Richtung Sonne. 
Die ersten grünen Knospen, die sich nach dem Winter ihren Weg bahnen und 
Vögel, die ihre Flügel spreizen, um auf der nächsten Luftwelle emporzusteigen. 
Wenn Frühling wird, erwacht die weiße Welt nach einem langen Winterschlaf.

Doch jetzt ist noch Winter.
Die kalte Luft weht mir um die Nase und ich bemerke, wie mein Gesicht 
langsam kalt wird, als ich im Augenwinkel einen kleinen Jungen erblicke, 
der sich auf einem alten, wunderschönen Holzschlitten von seinem Vater ziehen lässt.
Ein Lächeln huscht mir übers Gesicht als ich mich an meine Zeit der Schlittenfahrt zurück erinnere: wild und aufregend war jede neue Fahrt, unermüdlich zog ich den Schlitten immer und immer wieder hinauf... Wie weich der Schnee doch war, als ich zu schnell den Hügel hinuntergesaust bin und er mich am unteren Ende aufgefangen hat.

Platsch. 
Eine Schneeflocke triff meine Nasenspitze und ich sehe mich um, 
bin wieder im Jetzt und ich erkenne:

in meiner Erinnerung ist die weiße Leinwand die bunteste.

Samstag, 16. Januar 2016

Dinge haben ihre Zeit

Dinge haben ihre Zeit.

Es schneit gerade, und während die Schneeflocken, noch tänzelnd in der Luft, 
langsam zu Boden fallen, werde ich ruhig.

Die Last der letzten Monate, Wochen und Tage beginnt abzufallen, und mein 
Geist fängt an auf neue Reisen zu gehen, denn er hat ja jetzt Zeit.

Wenn eine Sache/Arbeit oder „Ding“ zu Ende geht, muss man den Schmerz, 
der damit einhergeht, aushalten können, zulassen können; was natürlich leichter 
gesagt als getan ist in diesem Moment.

Und so geschieht es, dass nach vier Jahren eines berufsbegleitenden Studiums 
mit der Abschlussarbeit eine Zeit zu Ende geht, die viel Kraft geraubt hat,
jedoch auch so viel Wunderbares und Gutes hat entstehen hat lassen.

Dinge haben ihre Zeit, sie kommen, sie gehen, verändern uns und unser Tun, 
und ohne es zu bemerken, beginnen wir zu vergessen, und die Eindrücke 
verblassen.

Denn Dinge haben auch in unserem Kopf ihre Zeit,
bis wir neuen Dingen Zeit einräumen.

Auf die neue Zeit also, die jetzt folgt.

Samstag, 9. Januar 2016

Bücherträume

Bücherträume 

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn auf eurem Weg plötzlich ein kleiner, unscheinbarer Laden eure Aufmerksamkeit einfängt und bannt?

Während ihr darüber nachdenkt, ob ihr hingehen werden, ist es längst geschehen, ihr betretet mit Neugierde diesen Ort und die Zeit scheint plötzlich still zu stehen.
Ihr seid erfüllt vom Raum, den Eindrücken, die eure Augen aufnehmen, und die Lebendigkeit der Gedanken, die sich Platz in eurem Kopf schaffen und euch auf Sinnesreisen schicken. 
Reisen in die Vergangenheit, Reisen in die Zukunft, Reisen ins Jetzt. 

Das sanfte Licht führt euren Blick über die Regale, die vollgefüllt mit Kostbarkeiten auf ihre Entdeckung warten. Das Gefühl, an diesem Ort zu versinken, macht sich breit und erfüllt einen gleichsam mit Leichtigkeit. 

Genau diesen Ort fand ich, eher er fand mich, in meinem geliebten Wien. 

Der kleine unscheinbare Laden fiel mir eher zufällig im Vorbeigehen ins Auge. Fast wäre ich an ihm vorbeigegangen! Gut, dass es nicht so gekommen ist, denn ich hätte ein Kleinod verpasst. 

Der schmale, zwei Zimmer kleine Laden entpuppte sich nämlich als einzige "jugoslawische" Buchhandlung in Wien, in der sich allerlei Werke fanden! Neben Ivo Andrić, dem wunderbaren Literaturnobelpreisträger unserer Zeit, fanden sich neue und alte Bücher wieder. 

Bücher, die über Orte meiner Kindheit erzählen und Bücher, die Erinnerungen an vorgelesenen Geschichte wecken, stapelten sich übereinander, nebeneinander in Regalen und am teppichbelegten Boden. 
Mich überkam das schon so lange vermisste Gefühl von Freude, kindlicher Freude, die den Moment von Freude zulässt und alles, alles um einen und den Tag herum vergessen lässt.


Wieder Kind sein, welch wundervolles Gefühl von Glück, es noch nicht vergessen zu haben, es sein zu können. 

Donnerstag, 7. Januar 2016

Heute ist Weihnachten!

Buntes Schneetreiben zu Weihnachten

Während ich auf dem Weg zur Kirche bin, begleiten mich fallende Schneekristalle vom Himmel. 
Sie breiten sich unter meinen Füßen aus und lassen mit der Zeit meine schweren Schritte in weich knisternden Wölkchen versinken.

Die hellen Fenster, die ich im schnellen vorbeigehen erblicke, ergießen sich im leuchtenden Glitzerkleid und Kinderlachen erfüllt die kalte Dunkelheit.
Heute Nacht, ich erkenne es nun, wir uns erneut ein wundervolles Himmelsgeschenk auf Erden gemacht.

Jesus, das kleine Kind, das bald im Stall in die Nacht hineingeboren wird, wird zu unserem Licht in der Dunkelheit. Welch Wunder, welch einzigartige Glückseligkeit!

Jahr für Jahr dürfen wir erneut Zeugen dieses Wunders werden, das vor so langer Zeit zu uns kam.
Wann beginnen wir, es endlich als das zu sehen was es ist? 
Ein immerwährendes Bekenntnis zu uns.

Fröhliche Weihnachten

Montag, 4. Januar 2016

Liebe oder wahre Liebe?

Liebe oder wahre Liebe?

Wie erklärt man Menschen in seiner Umgebung, was wahre Liebe ist, wenn sie sie niemals erlebt haben?
Wie kann man etwas so großes erklären, für das man selbst nur einfache Worte findet, die es jedoch auf den Punkt bringen: Es ist einfach wahre Liebe. 
Irgendwie unerklärlich einfach, nicht?

Während man ruhig diese Worte spricht, erkennt man beim Anderen diesen Blick in den Augen, der versucht, dass selbst erlebte mit dem zu vergleichen, was man gerade gehört hat. 
Wie kann jemand die wahre Liebe vergleichen, wenn er sie nie kennen gelernt hat? Noch nicht kennen gelernt hat und gegebenenfalls niemals kennen lernen wird?

Ich beginne mich zu fragen, warum so viele Menschen sie nicht kennen lernen.
Die Antwort findet sich relativ schnell: Man gibt sich so leicht zufrieden mit dem Gefühl der Verliebtheit, welches man fälschlicherweise als Liebe ansieht, anstatt sie wirklich innerlich zu spüren und von ihr erfüllt zu sein. 

Natürlich, in der heutigen Zeit lauert die verliebte Liebe überall und man ist froh jemanden gefunden zu haben, der Willens ist, das Leben mit uns zu teilen. Ein Stück davon zumindest. 
Viele dieser verliebten "Lieben" führen sogar zu Ehen, langen und auch schönen Ehen, jedoch nicht mehr zu diesen lebenslangen, erfüllten, gleichtaktenden.  

Das gewisse Etwas beginnt mit der Zeit zu fehlen und besonders schmerzvoll wird uns dies bewusst, wenn wir sogar Kinder bekommen haben und merken, dass unsere Liebe zum Anderen nichts weiteres mehr als die Elternschaft verbindet. 
Wie schlimm ist diese Erkenntnis, doch so lange alleine zu Zweit gewesen zu sein und darüber hinaus mit dem wertvollsten Geschenk auf Erden gesegnet worden zu sein? Wie schwer fällt es uns dann zuzugeben, dass wir mit weniger als der wahren Liebe zufrieden waren. Wir haben uns selbst getäuscht. Wir. 

Diese Erkenntnis verändert nun drei Leben. Unser eigenes, dass des Lebensbegleiters und das unseres Kindes. Uns selbst mit weniger zufriedengeben zu haben, ist schlimm genug, dass Leben unseres Kindes zu zersplittern, bevor es Geborgenheit und Sicherheit kennengelernt hat, ist kaum zu überwinden. 
Wir müssen uns dessen bewusst sein, wenn wir uns für ein Leben zu Zweit, statt nur allein entscheiden. Eine ungemütliche Wahrheit, nicht war?
Ja, und dennoch eine wichtige, die sich des Nachdenkens lohnt, denn manch einer von uns lernt die wahre Liebe schneller kennen, mancher erst viel später; so wie ich selbst.

Egal wann sie uns passiert, eines sollten wir uns immer vor Augen führen: Sie hat nie zu lange Zeit auf sich warten lassen. Sie ist meist schon da gewesen, nur haben wir sie aus falschem Selbstschutz weiterziehen lassen. 
Keine Angst, wenn es eure wahre Liebe ist, überlebt sie die Zeit, die Dummheiten und die Umwege.
Vergeudet nur weniger Zeit damit, die nicht wahre Liebe zu pflegen. Lasst sie alsbald ziehen, um der wahren Liebe Platz zu machen. 
Ihr erkennt sie, wenn sie da ist und werdet selbst sagen: "Erklären, kann ich es nur mit den Worten, es ist wahre Liebe."

Genießt sie!


Sonntag, 3. Januar 2016

Ein ich will.

Ich will.

Ich will ein Leben voller Lachen mit Dir.
Ein Leben voller Leben mit Dir.
Ein Leben voller Leidenschaft mit Dir.
Ein Leben voller Leichtigkeit mit Dir.
Ein Leben voller Möglichkeiten mit Dir.
Ein Leben voller Ziele mit Dir.

Jedoch kein Leben ohne Dich.

Samstag, 2. Januar 2016

Gedanken zum Erwachsen werden

Erwachsen werden passiert in einem Moment.
Ganz plötzlich.
Wir nehmen diesen Augenblick gar nicht wirklich bewusst wahr,
er ist nur irgendwann, irgendwie da.

Erst viel später, wenn die Dinge ihren Lauf nehmen
und wir eines Tages aufgrund eines Geschehnisses beginnen,
nach diesem Moment zu suchen, fragen wir uns zwangsläufig,
wann bin ich i c h geworden?

Wann habe ich meine Träume aufgegeben,
wann meine Wünsche zurückgesteckt,
wann meine Leichtigkeit und damit mein Lachen verloren
und noch viel schlimmer,
wann habe ich meinem inneren Kind die Hand entzogen
und es losgelassen, allein gelassen?!

Alles verschwimmt in unserem Kopf bei diesen Gedanken
und wir müssen uns eingestehen,
dass wir all dies selbst zugelassen haben.
Wir selbst haben uns den gesellschaftlichen Konventionen gebeugt,
ohne wenn und aber akzeptiert, dass Erwachsene dies und jenes nicht tun
und dabei uns selbst vergessen.

Eines sollten wir jedoch nie vergessen:
Den Kontakt zu uns selbst können wir jederzeit wieder aufnehmen.
Wir müssen nur uns selbst zulassen,
und das ist das eigentliche Stück Arbeit an der Sache.


Freitag, 1. Januar 2016

1.1.2016

Die Kraft des neuen Jahres

Ist es nicht verwunderlich,
wie wir Menschen den 1. eines neuen Jahres ersehnen,
um alles auf Anfang zu stellen?

Wünsche, Träume, Hoffnungen und vieles mehr
werden in Luftschlössern von uns erbaut,
um wenig später zu zersplittern.

Warum können wir die Kraft nicht erhalten
und sie an jedem 1. eines Monats neu ins jetzt erheben?