Sonntag, 23. Oktober 2016

Stellt die Glotze ab!


Sonntag.

Ich sehe im Fernsehen Krieg.

Was ich hören will?

Es gibt Frieden.


Ich sehe im Fernsehen Mord.

Was ich sehen will?

Leben.


Ich sehe im Fernsehen Gewalt.

Was ich sehen will?

Gelebtes Miteinander.


Ich sehe im Fernsehen verblödendes Programm.

Was ich sehen will?

Vermitteltes Wissen.


Ich sehe im Fernsehen Unterdrückung.

Was ich sehen will?

Freiheit für uns alle.


Ich sehe im Fernsehen Vergangenheit.

Was ich sehen will?

Unsere Zukunft.


Ich sehe im Fernsehen Angst.

Was ich sehen will?

Du kannst alles schaffen.


Ich sehe im Fernsehen Tod.

Was ich sehen will?



Unweigerlich stelle ich mir die Frage,

was will ich wirklich sehen will?

Eigentlich will ich von dem Gezeigten nichts sehen.


Versteht mich nicht falsch!

Dadurch werde ich nicht blind für das Jetzt.

Ich nutzte die „gesehene Zeit“ einfach nur um aufzustehen

und wirklich etwas gegen all dies zu tun!
Jeden Tag ein bisschen.
Jeden Tag etwas anderes.



Den Fernseher werde ich wieder spenden.

Mehr als 4 Jahre hatte ich keinen und merke,

er hat mir nicht gefehlt.
Warum?

Das Programm blieb gleich,

während sich die Welt veränderte.
https://www.pexels.com/photo/bridge-suspension-bridge-golden-gate-bridge-women-25182


Freitag, 21. Oktober 2016

Sternschnuppennacht

Verträumt stehe ich am Fenster meiner kleinen Stadtwohnung
und blicke in die Nacht hinein.

Ich versuche im Himmel die Sterne zu sehen, jedoch
haben sie sich versteckt.
Versteck im Licht der Stadt.

Sie ist einfach zu hell und traurig stelle ich fest,
dass sie uns damit zwar beschützt und doch
auch einer unendlichen Schönheit beraubt.

Der Schönheit des Sternenhimmels,
der heute Nacht auch noch besonders ist!
Heute Nacht ist Sternschnuppennacht
und ich werde sie nicht sehen.

Ich werde die Sternschnuppen auf ihrem letzten
Weg durch den Nachthimmel nicht begleiten
können.
Ich werde ihr letztes Leuchten, das Lichtjahre
von uns entfernt ist, nicht bewundern können.
Ich werde ihre unendliche Schönheit nicht
mit eigenen Augen sehen können und ich werde
ihnen keinen meiner Wünsche mit auf den Weg
geben können.

Wie unendlich schade.
Nicht wegen meinem Wunsch oder mir, sondern
wegen dem Wunder der Natur, dessen wir alle
beraubt werden.

https://www.pexels.com/photo/sky-night-stars-7147


Vertschüßt

Einfach so ist er weg.
Mein Freund.
Mein einstig bester Freund.

Still, heimlich, ja fast geheim vollzog er sein Weggehen.
Der Mann in der silbernen Rüstung, der dem Sturm entgegentrat,
der seine Segel durch immer währenden Einsatz neu setzte,
hat sich abgesetzt.

Man muss wissen, dass seine weißen Segel mit der Zeit
grau geworden sind. Das Hochziehen dieser wurde behäbiger
und der Wind wehte ihm immer stärker entgegen.

Ihm fehlte am Ende wohl die Kraft,
immer wieder dem Alten Neues zu entgegnen.
Die ruhigen Gewässer wurden ihm verwehrt, 
so dass er sie niemals erreichte.
Trotz immer mehr, immer schnelleren,
immer längeren Einsatz.

War es wirklich Plötzlich? 
War es wirklich ohne Vorwarnung?
Gut, es gab Warnungen,
aber niemals eine die er wirklich verfolgte.
Oft sprachen wir darüber.
am Ende taten wir doch nichts.

Jetzt hat er es getan und ich beneide ihn für den Mut,
alles ohne festes Ziel aufzugeben, um sich neu zu erfinden.

Er wird in der Ruhe seine Kraft suchen,
sein Deck blank polieren,
ihm zu neuen Glanz verhelfen
und wieder in See stechen.
Zu neuen Erfahrungen, neuen Erfolgen.

Ich wünsch Dir Glück.
Bis bald mein Freund, bis bald.
https://www.pexels.com/photo/woman-sitting-beside-man-175723/