Freitag, 20. Oktober 2017

Vergebung

Ich vergebe dir.

Ich vergebe dir die fehlenden gemeinsamen Stunden.
Ich vergebe dir die fehlenden, tröstenden, Worte in Stunden der größten Tragödien meines Lebens.
Ich vergebe dir das fehlende Wissen um mein Innerstes, das dir den Umgang mit mir erleichtert hätte.
Ich vergebe dir die fehlenden liebevollen Umarmungen, die mir gezeigt hätten, dass du mich doch liebst.

Ich vergebe dir die fehlenden Taten, die meiner geschundenen Seele und meinen malträtierten Körper hätten gut tuen können.
Ich vergebe dir die fehlenden Erfahrungen in deinem Leben, die meines umso schwieriger machten.

Ich vergebe dir die fehlende Liebe.
Ich vergebe dir die fehlende Liebe zu mir.
Ich vergebe dir die fehlende Liebe zu dir selbst.

All dies schreibe ich dir als Tochter. Und eigentlich will ich dir damit nur sagen, dass ich dich in meinem Leben, damals, vermisst habe.


Vergibst du mir?

Vergibst du mir die fehlenden gemeinsamen Stunden?
Vergibst du mir die fehlenden, tröstenden, Worte in den Stunden  größter Tragödien deines Lebens?
Vergibst du mir das fehlende Wissen um dein Innerstes, dass mir den Umgang mit dir erleichtert hätte?
Vergibst du mir dir fehlenden liebevollen Umarmungen, die dir gezeigt hätten, dass ich dich doch liebte?
Vergibst du mir die fehlenden Taten, die deiner geschundenen Seele und deinem malträtierten Körper hätten heilen können?
Vergibst du mir die gemachten Erfahrungen in meinem jungen Leben, die deines umso schwieriger machten?

Vergibst du mir die fehlende Liebe?
Vergibst du mir die fehlende Liebe zu dir?
Vergibst du mir die fehlende Liebe zu mir selbst?

All das, schreibe ich dir als Tochter. Und eigentlich will ich dir damit nur  sagen, dass ich dich, damals, liebte.


Samstag, 7. Oktober 2017

7 Jahre

Auf den Tag genau vor 7 Jahren, am 7.10.2010,
blickte ich ein letztes Mal in deine Augen.
Sie waren geschlossen, für immer,
und ich blieb alleine zurück.

Du verließt mich damals ohne Vorwarnung,
einfach so, plötzlich, wie man es danach nennt.
Und so war es auch.

Aus dem Leben gerissen,
in den Tod hinübergeglitten.

Du hast die Welten getauscht.
Bist weggegangen und hinterließt,
ja was eigentlich genau?

Natürlich Familie, Freunde und einiges mehr.
Mich hast du am Ende am meisten verlassen.
Mich hast du am Ende am meisten verletzt.

Erst drei oder vier Jahre zuvor,
hatten wir uns einander angenähert,
zu einander gefunden
und dann bist du von uns gegangen.

2009 sagtest du noch: "natürlich hab ich dich lieb".
Das ist das Eigentliche,
dass mir von dir geblieben ist,
denn alles andere hast du mir genommen.

Eine kleine weitere Zeit mit dir.
Eine glückliche Zeit,
in der ich dir zeigen hätte können,
wie ich mich wirklich entwickelt habe.
Ein Abschlussfest an der Uni,
an dem du wenigstens eines deiner Kinder gesehen
und gefeiert hättest.
Du wärst Stolz auf mich gewesen.
Du hättest mich in den Arm genommen.
Du hättest mir zeigen können,
dass ich als drittes von vier Kindern einen "Wert" für dich habe.

Am Ende blieb mir ein Satz, eine Uhr und die Erklärung meiner Stiefmutter,
dass man sich um mich nie wirklich Sorgen hat machen müssen,
da ich immer stark war, immer wissbegierig,
immer mich selbst gut versorgt habe.

Am Ende blieb ich damit alleine.
Am Ende war ich damit verloren und verlassen.