Samstag, 26. September 2020

Ich gehöre zu den Anderen.

Du siehst mich an und beneidest mich - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen, die man nicht beneidet, wenn man ihr Leben kennt.

Du siehst mich an und sagst wie toll ich angezogen bin - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen, die wissen wie es ist, keine eigenen Sachen zu haben.

Du siehst mich an und rühmst meine Schönheit - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen, die ihr Selbst schon lange hinter einem Panzer versteckt haben.

Du siehst mich an und sagst, wie wunderbar empathisch und tiefgründig ich bin - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen die wissen wie weit Schmerz führen kann.

Du siehst mich an und sagst, wie großartig mein Leben doch verlaufen ist - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen die den Preis für dieses Leben mit Schmerz, Leid, Dunkelheit und Tiefen bereits bezahlt haben.

Du siehst mich an und sagst, welch' wunderbare Liebe ich habe - aber ich gehöre zu den Anderen; zu denen die nicht wirklich wissen was Liebe ist.

Du siehst mich an und beneidest mich um all das, was ich geschaffen habe, weil Du es so wundervoll findest - aber ich gehöre zu den Anderen; die das was sie erleben nicht spüren.



Mittwoch, 4. März 2020

Irland


Reise mit mir auf die Grüne Insel 🍀

Wolken, sind Schnee im Himmel.
Das Meer, des Lebens Kern.
Das Licht der Sonne, atemraubender Spielplatz.
Tränentropfen, des Körpers Antwort. 
Zuckerwatte, ist des Glücks Ursprung.
Kaffee, des Müden Lebenselixier. 
Herzsprung, ist der Liebe Antwort.
Lächeln, ist des Geistes Wahrheit.
Die Augen, der Seele Richtung.

Glücksgefühle, einfach so, sind kostbare Augenblicke. 
Verlieren wir sie nicht im Vergessen der Erinnerung.


Montag, 10. Februar 2020

R-Aus

R-Aus 

Dich verbannen.
Dir entrinnen.
Trübe Gedanken entsinnen.
Sich vor Dir schützen.
Dich gleichzeitig verlieren.
Oder doch Alles mit dem Abschied gewinnen?

Mehr Luft zum atmen kreiert?
Ein neues Leben gewonnen?

Ohne Dich.
Ohne Euch.
Ohne die Lügen.
Ohne das gegenseitige Betrügen.
Ohne die Grässlichkeit der Vergangenheit.


Und doch will ich ein Teil von Euch sein.

Samstag, 4. Januar 2020

Weihnachten - immer schon so oder doch nie wieder

Wenn aus „immer schon so“ ein „nicht mehr wieder“ wird

Es war schon immer so und ich kannte es nicht anders: 
Weihnachten, dass Fest der Hiebe, Liebe gab es nicht. Geschenke sowieso gleich gar nicht, denn dafür gab es einfach nie Geld; was es aber noch mehr nicht gab, war Familie. 
Dafür immer Streit und Hiebe. 

Und dennoch fuhr ich jedes Jahr zum 6. Jänner „Heim“, damit ich zu Hause war, denn es war doch schließlich Weihnachten, zu Hause bei der Familie.
Jedoch das einzige „zu Hause“, das ich kannte, und für mich in Anspruch nehme, ist mein Wien. Die Stadt an sich.

In ihr fand mein Leben, Leid, Tragödie und die eine oder andere Lieb‘ statt.
Aber Familie? Die fand sich da irgendwie nicht. 
Natürlich gab es die genetische Verstrickung, die gebürtige „Familie“; die liebende Familie blieb jedoch aus. Einfach so, weil meine Eltern es selbst nicht anders kannten und es, glaube ich, auch nicht anders machen oder verändern wollten. 
Zu schmerzhaft war ihre eigene Geschichte, das verstand ich erst viel viel später, aber was war mit meiner Geschichte? Was war mit ihrem Versprechen an mich, mich in dieses Leben zu holen, um eine Bereicherung zu ihrer Liebe darzustellen?

So wuchs ich also mit mir selbst auf und einer Ahnung, dass diese, ihre Geschichte für mich nichts ist.

Und doch bin ich wieder hier. Brav vor dem 6. Jänner angereist, für Weihnachten, zu Hause, aber eigentlich bin ich mehr nach Wien gekommen. Zu den nach Hause, das mich jahrelang aufrecht hielt, die Stadt Wien an sich.. 
Aber auch dieses zu Hause, mein Wien, entfremdet sich mir. 

Es ist natürlich heller und schöner geworden über die Jahrzehnte, fast strahlend an der einen oder anderen Ecke, aber es ist auch an genauso vielen Gassen ein wenig beliebig geworden. 
Die  Mainstream-Geschäfte säumen die Gasse, die ich einst gerne ging; die mich zur Schule, zur Arbeit und nach Hause führten. 

Wien, die einzige Stadt, die immer meine Heimat bleiben wird, obwohl meine Gene mich als „Ausländer“ outen und ich dennoch hier in Wien keiner bin. 

Meine Wurzeln habe ich schon früh „hier hin“ verschoben. Ich wollte dass, was meine Gene waren und sind, nicht sein. Ich wollte viel lieber das Kind dieser wunderbaren Stadt sein. So wurde ich es auch, jeden Tag ein Stückchen mehr und damit entfremdete, ja gar entzog ich mich meiner ersten Wurzeln. 
Und so kam es, dass ich auch das Sein und Wesen meiner Mutter nicht mehr verstand, nicht mehr folgen konnte und seit heuer auch nicht mehr will.

Der 6. Jänner naht, dass orthodoxe Weihnachtsfest steht vor der Tür und ich will zum ersten Mal das „immer schon (wieder) so“ nicht mehr. Ich will das gespielte Weihnachten nicht mehr, ich will das „das muss so und so sein und tu‘ dies und das so und auf keinen Fall anders, weil es ... ach was weiß ich, was es dann wird. 

Für mich ist es zum ersten Mal ein wirkliches „ich will das nicht mehr“.  
Weil ich endlich die versprochene Geborgenheit, die angekündigte Liebe, die unumstößliche Sicherheit bekommen will, Teil einer Familie zu sein.

Um so vieles wurde ich in den letzten Jahrzehnten gebracht, ich kann mich selbst doch nicht mehr um den Rest bringen. Oder doch, weil es dennoch Familie ist, die einzige die ich habe und es halt „immer schon so“ anders war???