Donnerstag, 20. April 2017

Sommerwind

Einst schrieb ich dir eine Karte.
Lag dabei im Gras
und beobachtete den Sommerwind,
wie er am Himmel die Wolken ☁ verschob.

Träumte dabei von
könnte sein,
könnte werden,
war doch immer schon so gedacht.

Doch ich erwachte irgendwann.
Meine Karte blieb leer,
meine Gedanken verfolgen.

Nichts blieb, als die Erinnerung,
an den Sommerwind,
der das Mögliche brachte und es wieder mitnahm.

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Mittwoch, 19. April 2017

Sortiertes Leben

Ich sortiere wieder.
Von rechts nach links,
von links nach rechts.

Bilde neue Stapel,
aufgrund neuer Blickwinkel.
Löse alte Stapel auf, entrümple sie,
um einen klaren Blick darauf zu werfen.
Bündle sie zu neuen Stapeln, schön sortiert
und fühle mich besser.
Für den Augenblick.

Denn der Wahrheit ins Gesicht blickend,
habe ich mich nur,
wieder einmal, selbst belogen.
Selbst ruhiggestellt.
Alles beim Alten belassen,
nur neu sortiert.

Welch' Lüge.
Welch' vernichtend Zeugnis einer Selbstlüge.
Ich belüge mich selbst, jeden Tag,
denn ich habe Angst,
Angst vor der wirklichen Veränderung.

Den Hohn und Spott der Anderen höre ich gar nicht mehr,
denn ich habe doch etwas verändert,
wie ich immer betone zu sagen.

Nur habe ich es?
Nein.
Die Wahrheit ist unbequem,
sie wird immer lauter in meinem Kopf,
schmerzt mich immer mehr.

Nur wohin mit meinen gut sortierten Stapeln.
Wie sollen sie sich neu zusammensetzen?
Ich weiß es nicht.

Das ist gelogen.
Ich weiß es wohl.
Und davor habe ich Angst.


Sonntag, 16. April 2017

Ich bin viele

Wie kann mein einzig‘ Leben hier
nur so wenig sein für mich?
Bin ich doch so viele
und in ein einzig‘ Leben
passt das nicht.

Denn ...

wenn ich Musik höre,
bin ich wie das Rauschen der Meeresbrandung.
Ausdrucksstark, emotional.
Lebendig.

Wenn ich lese,
bin ich Phantasie,
verpacke Gedanken in neue Bilder und
lassen aus Wolken neue Wirklichkeiten entstehen.

Wenn ich singe,
bin ich die Stimme des Himmels in seinem Wunsch
die Menschen zu erfreuen.

Wenn ich zürne,
bin ich die Zerstörung,
die den Aufbruch zu neuem einleitet.

Wenn ich schlafe,
erschaffe ich die Welt in schillerndsten Farben,
in unendlichen Möglichkeiten,
um am Morgen festzustellen,
dass ich tagsüber all dies verliere.

So bette ich mich heute zur Ruh',
mit der Zuversicht morgen,
ja morgen, meine vielen Leben in eins zu packen
und sie diesmal zu leben.

Nur,
bin ich dafür wirklich bereit?

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