Mittwoch, 10. August 2016

Pressplattenleben – zwischen Konvention und Sein


Während ich an einem neuen Tag mit der U-Bahn Richtung Arbeit fahre, 
und dabei viele Menschen der Vortagsfahrt erkenne, beginne ich, mal 
wieder, über das Leben und seine soziale Definition nachzudenken.

Die Gesichter, manche mit Make-up - andere ohne, schauen mich mit meist 
leeren Augen an. Sie zeugen bereits am Tagesanfang von den sozialen Erwarten 
„du musst, du sollst, du hast noch nicht, wie kannst du nur warten, das ist noch 
nicht erledigt, du bist noch nicht in der Position xy“ uvm.

Irgendwie seltsam, wie wir jeden Tag in ein bestimmtes Sein-Schema „gepresst“ 
werden, das aus müssen, sollen und, können besteht. 
In genau dieser Reihenfolge.

Aber HALT – wo bleibt dürfen!

Während ich als Kind noch „geformt“ werden muss, um auf das spätere Leben 
vorbereitet zu sein, rebelliere ich als Teenager gegen genau all diese „sozial-
erwartete-Formen“. Als Erwachsener im Berufsleben, erfülle ich dann wiederum 
Erwartung. In Beziehungen dann auch allgegenwärtige Konventionen, wie eine 
Beziehung zu sein hat, um als glücklich bezeichnet zu werden.

Jedoch, wo bleibt bei all dem das eigene Leben, dessen einziger Grundsatz die 
Freude am Leben an sich ist?

Wo bleiben
die „singing in the rain“ Momente,
die “Me and Mrs Jones” Balladen,
die Doctor Who Marathon-Abende, die bis spät in die Nacht von einer Folge 
zur nächsten führen und einen unausgeschlafen am nächsten Tag zurück lassen?
Wo bleiben die Pippi Langstrumpf Strophen „Ich mach' mir die Welt - widdewidde 
wie sie mir gefällt ...“

Wo bleibt das Lachen, das den Menschen so wunderschön macht?

Das Lachen, das Augen strahlen lässt.
Aufgaben bewältigbar macht.
Von überwundenen Krisenzeiten zeugt und Freude am Sein zeigt.

Erinnere dich lieber Mensch, erinnere dich ans Dürfen, erwecke es in dir und sei.








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