Mittwoch, 27. September 2017

Ein anderes Bild an der Wand

Wieder einmal liege ich wach in meinem Krankenhausbett.
Alles ist gleich geblieben.
Das Stockwerk, die Abteilung, das Personal, nur meine Zimmernummer hat sich geändert und mit ihr mein Bild an der Wand. Ich habe nun einen Sonnenaufgang von Claude Monet, 1872.

Ist es ein Zeichen, dass alles auf Anfang steht?
Auf Erneuerung?
Auf ein Alles ist/wird gut?

Ich wünsche es mir sehr, denn mit dem Bild vom Baum, der mein Baum wurde, blieb ein Teil von mir letztens hier zurück.

In der Welt da draußen, verlor ich mich nämlich zuletzt erneut, nachdem ich dachte, mich endlich (wieder) gefunden zu haben.

Zu schnell habe ich jedoch die alte Reise wieder aufgenommen; ohne die nötigen Korrekturen vorzunehmen.

Zu schnell wollte ich zurück in ein Leben, das ich kenne, das ich beherrschen kann, so glaubte ich es zumindest.
Zu schnell wollte ich....
Ach, eigentlich wollte ich etwas ganz anderes.

Mehr Freiheit, mehr Struktur, mehr Freude, mehr Abgrenzung, mehr Lachen, mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr kennenlernen, mehr neues.
Mehr ich.

Aber... immer wenn ich dachte, jetzt hab ich es begriffen, jetzt wird alles anders, kam eine Zeit des Funktionieren müssens und mit ihr auch die Zeit des Vergessens meiner Selbst.

So oft ist mir das schon passiert, so oft hat es mich schon gebeutelt, ist es diesmal endlich vorbei?
Finde ich endlich zu mir und meinem Weg?
Finde ich endlich raus?

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