Ich beginne mich zu erinnern.
Das ich, bevor ich mich vergessen habe, einmal da war.
Nicht in einem anderen Leben, sondern in diesem.
Ich erinnere mich, trotz allem was mir passierte, an
tanzen unter dem Regenbogen,
Schaum im kaum hohen Badewannenwasser erzeugen, am liebsten im Garten,
an frisch gemähtes Gras und Heu,
an Weinberge, soweit das Auge reicht,
an schlafen im Gras unter den Sterne, die aufgereiht in der Milchstraße für mich leuchteten.
Vor allem erinnerne ich mich ans Gefühl, verwurzelt gewesen zu sein, in Jugoslawien, das Wien schon als Wortteil in sich trug.
Wurzeln, eigenartig.
Sie können so stark sein, dich binden, dich erden, dich aus der Bahn werfen.
All das geschriebene habe ich langsam vergessen, weil es nicht zu mir passte, dachte ich.
Weil es so ganz anders war, dachte ich.
Weil es so überhaupt nicht zu dem gehörte, was ich sein wollte.
Heute, viele Jahre später, vermisse ich all das, aber nur kurz.
Denn ich habe es ja nicht vergessen, nur weit in mir vergraben.
Ich werde mal in mich reinsehen, beginnen zu graben und zu entdecken, was mich ausmacht.
Und ich werde beginnen wieder ein Teil von mir zu werden.
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