Donnerstag, 9. März 2017

Alles in einer Nacht

Alles in einer Nacht

Du raubtest mir die Unschuld.
Du raubtest mir die Jugend.
Du raubtest mir die Unbekümmertheit.
Du raubtest mir die Freiheit.
Du raubtest mir das Vertrauen.
Du raubtest mir die Zukunft.
Du raubtest mir die Vergangenheit.
Du raubtest mir mich.

Alles nur für einen Augenblick deiner Macht - über mich.
Alles für den Augenblick, etwas mit Gewalt genommen zu haben - mich.
Alles für den Augenblick, jemandes Jugend genommen zu haben - meine.

Du hast es genommen, es genossen und für immer in deinem Wissen.

Mich hast du zerstört und geschändet zurückgelassen.
Das Ich in mir ist verschwunden.
Es ist unter Trümmern von Demütigungen, Trauer, Verletzungen, Zorn, Strenge und Bitterkeit begraben, ja regelrecht gelöscht worden.

Ich bin nicht mehr.
Ich werde niemals mehr ich sein.
Ich werde immer nur noch das Danach sein.

Ein Danach, dass sich sein Leben lang an dies eine Mal erinnern wird.
An jedem Tag, an dem es heißt, sei nett zu anderen.
An jedem Tag, an dem es heißt, sei doch nicht so schwierig.
An jedem Tag, an dem es heißt, sei doch wie alle andern.
An jedem Tag, an dem es heißt, sei doch ganz normal.

Es klingt, als sei ich ein Soziopath oder gar ein Borderliner.
Züge davon trage ich seit damals sicher in mir. Nicht offensichtlich.
Aber wer etwas von mir wissen will, sollte mit mehr als dem normalen rechnen.

Den ich bin ein Danach.


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